Neues Versicherungsvertragsgesetz ist in Kraft getretten

Lange ersehnt, eigentlich schon seit einigen Jahrzehnten überfällig und doch umstritten: seit Januar 2008 ist endlich ein aktuelles Versicherungsvertragsgesetz in Kraft getreten. Das wurde auch Zeit, denn das vorgehende stammt noch aus dem Jahre 1908.



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Beratungspflicht des Versicherers

Montag, Januar 14th, 2008

Das neue Versicherungsvertragsgesetzes gilt für Verträge, die ab dem 01.01.2008 neu abgeschlossen werden; ab 2009 dann sogar auch für Altverträge, sofern nicht der Vertragsschluss an sich betroffen ist.

Sehr positiv für Versicherungskunden: diese haben von nun an mehr Rechte, vor allem in Bezug auf die Beratung. Doch auch hier gibt es weiterhin Fallstricke, denn die Versicherer können diese mit ein paar Kniffen geschickt umgehen. Weiterhin gilt auch: diese neuen Rechte müssen Versicherte einfordern, Versicherer haben in dieser Beziehung keine Bringschuld.
Versicherungskunden sollten sich also weiterhin vor Vertragsabschluss genauestens informieren.

Versicherer sind ab sofort sehr viel mehr in der Beratungspflicht als bisher. Und sie müssen Kunden nun gezwungenermaßen nicht nur umfassend, sondern vor allem fair beraten. Die ausführliche Beratung und die Gründe, warum nun gerade diese eine Versicherung sinnvoll ist müssen dokumentiert und vom Kunden und vom Vermittler unterschreiben werden.
Diese Dokumentation stärkt und vereinfacht Schadenersatzansprüche nach Falschberatung.
Auch ein Verzicht auf eine ausführliche Beratung muss von nun ab dokumentiert werden, und zwar mitsamt dem schriftlichen Hinweis an den Kunden, dass er dadurch eventuell Schadenersatzansprüche verliert oder deren Einforderung erheblich erschwert wird.


Vorsorgeuntersuchungen werden Pflicht

Dienstag, Januar 8th, 2008

In den Monaten Juli und November 2008 stehen die nächsten Stufen der Gesundheitsreform an. Spätestens dann werden Vorsorgeuntersuchungen ein völlig neues Gewicht bekommen, denn sie werden Pflicht.

Noch steht nicht endgültig fest, ab welchem Lebensalter regelmäßige Untersuchungen zur Früherkennung von Krankheiten nachgewiesen werden müssen. Sicher ist jedoch: wird ein gesetzlich versicherter Patient chronisch krank und kann keine regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen nachweisen, darf die gesetzliche Krankenkasse zukünftig zwei Prozent von Einkommens des Versicherten einbehalten. Sozusagen als Zuzahlung für fahrlässig herbeigeführte Krankheitskosten.

Natürlich werden noch Ausnahmeregelungen festgelegt werden, denn nicht jede späterhin auftretende chronische Krankheit ist schon im Vorfeld durch Vorsorgeuntersuchungen feststellbar. Und nicht jede Vorsorgeuntersuchung ist in allen Fällen wirklich sinnvoll.
Aber: gesetzlich Versicherte, die in diesem Jahr 45 Jahre und älter sind sollten dieses Thema unbedingt weiter verfolgen, um im Ernstfall nicht unnötig hohe Kostenbeteiligungen zu riskieren.
Es ist übrigens schon heute sinnvoll, an regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen teilzunehmen und diese auch dokumentieren zu lassen, denn viele gesetzliche Krankenkassen honorieren dieses bereits jetzt mit Bonuszahlungen oder günstigeren Tarifen.


Kötitzer AG vor dem Börsen-Aus

Mittwoch, November 28th, 2007

Die teuerste deutsche Aktie hat einen Wert von 11.000 Euro und ist ein Wertpapier der Kötitzer AG. Der Hauptaktionär ist die viertreichste Person Deutschlands.

Durch die Übernahme der Kötitzer AG steht das Unternehmen nun aber vor dem Börsen-Aus. Ansässig ist das Unternehmen in Friedrichskoog in Schleswig-Holstein. Da hier bis 2004 keine Gewerbesteuer erhoben wurde, war Friedrichskoog eine Steueroase, in der 400 Unternehmen zumindest ihren Briefkastensitz hatten.
Auch nach dem Verschwinden verschiedener anderer Unternehmen hatte die Kötitzer Ledertuch- und Wachstuch-Werke AG kontinuierlich ihren Hauptsitz in Friedrichskoog. Durch Übernahme steht dieses lukrative Unternehmen nun aber vor dem Börsen-Aus.

Auch wenn hier schon längst keine Tücher mehr produziert werden – die Produktion wurde in den 60er Jahren eingestellt und die ehemaligen Tuchwerke nur noch reine Vermögensverwaltung sind – ist nun eine Übernahme geplant. 99% der 235.000 ausgegebenen Aktien mit einem Wert von 11.000 Euro befinden sich im Besitz der KL Holding, hinter der die Familie Adolf Merckle steht.
Hier hat der Milliardär, der laut Forbes-Liste vierreichster Mann Deutschlands ist, hat hier einige seiner Vermögenswerte gebündelt. Merckle ist der Gründer des Pharmazieunternehmens rationpharm. Merckle möchte nun die restlichen auf dem Markt befindlichen Aktien aufkaufen und so die komplette Kötitzer AG übernehmen.

Die knapp 50 Aktien, die sich noch in anderweitigem Besitz befinden, möchte er zu einem Preis von 14.520 Euro in Abfindungsform übernehmen. Rechtlich ist das Herausdrängen von Minderaktionären möglich, wenn sich mindesten 95% der Aktien einer AG in der Hand des Hauptaktionärs befinden. Alleinvorstand Harder der Kötitzer AG ist der Ansicht, dass die wenigen Minderaktionäre eine Börsennotierung vom Aufwand her nicht mehr rechtfertigen.
In einer außerordentlichen Hauptversammlung, die am 19. Dezember in Stuttgart angesetzt ist, wird über den Abschied von der Börse befunden. Die Übernahme könnte allerdings durch Anfechtungsklagen deutlich verzögert werden. Bei den letzten Aktionärsversammlungen waren kaum Minderaktionäre anwesend und so stellt sich die Frage nach der Anzahl der Teilnehmer an der außerordentlichen Hauptversammlung.


Euro auf Allzeithoch

Montag, November 26th, 2007

Noch nie stand der Euro so hoch wie jetzt. Mit 1,4930 schloss er den gestrigen Tag ab und nagt somit beständig an der 1,5000 Marke. Wird die erst einmal durchstoßen … ja was ist dann?
Urlauber, die Weihnachten und Silvester in einem US Dollar lastigen Land verbringen, reißen jubelnd die Hände hoch. Schließlich wird das Shopping doch um eines günstiger.

Wirtschaft und Industrie sehen dem ganzen zwiespältig entgegen. Auf der einen Seite können beispielsweise die Bezinkosten ab überschreiben der 1,5000 Marke stetig absinken, auf der anderen Seite ist der Export deutscher Produkte jedoch auf lange Sicht gesehen in Gefahr. Es ist bereits jetzt an den Tanksäulen ersichtlich, dass die Spritpreise durch den starken Euro abgefedert und auf einem konstanten Niveau gehalten werden. Unternehmen, die vor allem mit dem US Dollar arbeiten, werden es bei diesem Verhältnis schwer haben, die Käufer dauerhaft zu halten bzw. neue zu finden.
Vorteilhaft ist der starke Euro oder auch der schwache US Dollar vor allem aber auch im Bereich der Importe, so billig wie zur jetzigen Zeit konnte Deutschland noch nie Exportgut beziehen.

Alles in allem gilt abzuwarten, wie sich der EUR/ USD Kurs entwickelt. Die wieder anziehende Wirtschaft der US-Amerikaner und die Arbeitlosenzahlen, die am 30.11.2007 wieder veröffentlicht werden, könnte unter Umständen eine Kehrtwende einleiten. Andere Finanzexperten hingegen sehen den Euro noch bis Jahresende in dieser dominanten Position.