Die Kombinationsmöglichkeiten der Steuerklassen

Steuerklassen sind seit eh und je ein Mysterium. Kaum einem gelingt die perfekte Kombination, um möglichst vie Geld mit nach Hause zu bringen. Für Alleinstehende ist dies zunächst kein Problem, erst mit der Hochzeit fängt die Ungewissheit an.



Artikel der Rubrik: 'Finanzen'


Steuerklasse richtig wählen

Freitag, November 23rd, 2007

Nach der Hochzeit gibt es zwei Möglichkeiten für die Ehegatten. Zum einen ist dies die Kombination der Steuerklassen III / V oder IV / IV.
Allerdings lohnt sich die IV / IV Kombination nur, wenn beide Paare auf dem gleichen Niveau verdienen.

Die andere Kombination, nämlich III / V ist dann ratsam, wenn enorme Einkommensunterschiede zwischen den Ehepartner bestehen. Der besser Verdienenden sollte dabei in die Steuerklasse III zurückkehren. Der Ehegatte mit dem geringeren Einkommen sollte die Lohnsteuerklasse V nutzen.

Auch wenn es sich einfach anhört, die Auswahl der Lohnsteuerklasse wirkt sich maßgeblich auf die Lohnnebenkosten aus, somit auch auf die Höhe von Elterngeld, Arbeitslosengeld, Krankengeld oder gar dem Unterhalt.

Einfach die Lohnsteuerklasse zu wechseln, nur um die schnelle Ersparnis auszunutzen zu können, ist daher nicht ratsam, da sich die daraus resultierenden finanziellen Auswirkungen meist erst mit der Einkommenssteuererklärung zeigen.

Wird ein Wechsel angestrebt, kann der Antrag noch bis zum 01. Januar 2008 an Stadt- bzw. Gemeindeverwaltung gerichtet werden. Wer diesen Termin versäumt, muss nicht das Nachsehen haben. Es ist bis zum 30. November des jeweiligen Folgejahres möglich die Steuerklasse zu wechseln, allerdings nur einmal und mit Unterschrift beider Ehegatten.

Trotz der scheinbar winkenden Ersparnis, sollte ein Wechsel der Lohnsteuerklasse genauestens abgewogen und vor allem nicht überstürzt werden.


Die Studienkredite

Mittwoch, November 21st, 2007

Noch im ersten Studienjahr hatte Maria M. neben dem Studium noch einen Job. Dafür fuhr sie jedes Wochenende von Frankfurt am Main nach Mainz – sie war in einer Bar tätig und half auf einem Wochenmarkt aus. „ Das hätte ich auf Dauer nicht durchgehalten“, sagt die angehende Grundschullehrerin. „ Selbst wenn ich in Frankfurt eine Arbeit gefunden hätte, wäre mir keine Zeit fürs Studium geblieben.“
Knapp 1 Prozent der etwa zwei Millionen Studenten in Deutschland haben einen Kredit bei einer Bank aufgenommen. Sie finanzieren damit Ihren Lebensunterhalt oder die in 5 Bundesländern geltenden Studiengebühren.

Günstige Zinsen
Die Zinsen sind angemessen für Studienkredite. Sie entsprechen denen für Ratenkredite. Doch wegen fehlender Bonität würde ein Student kaum einen Kredit bekommen.
Gute Angebote für eine Teil- und Vollfinanzierung machen die regionalen Banken. Sie liegen oft vor den großen überregionalen Banken.

Drei-Phasen-Kredit
Ein Studienkredit wird in Monatsraten ausgezahlt, nicht wie ein Ratenkredit in einer Summe. Innerhalb festgelegter Unter- und Obergrenzen können Studenten diese wählen. Bei Maria M. sind es 600 Euro. „ Wenn ich nicht im Lotto gewinne, nehme ich den Kredit noch bis zum Ende des Studiums in Anspruch“, sagt sie. Zwei Jahre hat sie noch vor sich. Nach jedem Semester bekommt sie von der Bank eine Information, wie hoch ihr Kredit zu diesem Zeitpunkt ist und wie hoch er sein wird, wenn sie die bisherigen Raten bis zum Studienende in Anspruch nimmt.
Während der Auszahlphase können die Studenten die monatliche Rate bei den meisten Banken verändern und ihrem aktuellen Bedarf anpassen.
Ist die Auszahlphase beendet, beginnt eine meist einjährige Ruhezeit. Erst danach kommt die Stunde der Wahrheit: Der Student muss den Kredit und die Zinsen zurückzahlen. Er hat dafür je nach Bank bis zu 25 Jahre Zeit.
Maria M. muss nach der Ruhepause mit ihrer Bank über die Rückzahlung einen neuen Vertrag schließen, in dem Ratenhöhe und Laufzeit festgelegt werden. Es gibt auch Banken, dort sind Auszahl- und Rückzahlphase in einem Vertrag geregelt.

Mal fester mal variabler Zins
Die Zinsgestaltung bei Studienkredite ist unübersichtlich. Bei festem Zinssatz ist die Belastung in jeder Phase planbar.
Die meisten Banken haben in beiden Phasen variable Zinsen. Das heißt, sie passen sie während der Kreditlaufzeit der Entwicklung der Kapitalmarktzinsen an. Dabei orientieren sie sich meist am 6-Monats-Euribor. Das ist ein Durchschnitt der Zinssätze, zu denen sich Banken kurzfristig Geld leihen.
Bei Studienkrediten mit variablen Zinsen können Kunden vorher nicht genau ausrechnen, wie viel sie am Ende zurückzahlen müssen.

Vorsicht! Zinsfalle!
Normalerweise beginnt die Zinszahlung bei Studienkredite erst in der Rückzahlphase. Manche Banken fordern sie aber bereits in der Auszahlphase ein. Mit dem Ergebnis, dass die vereinbarte Auszahlsumme von Monat zu Monat geringer wird. Grund dafür ist, dass bei wachsender Darlehensumme mehr Zinsen fällig werden, die dann den monatlichen Auszahlbetrag schmälern.
So bekommt zum Beispiel ein Student statt 300 Euro nach fünf Jahren nur noch 227 Euro monatlich aufs Konto überwiesen.

Sondertilgung immer möglich
Bei den meisten Banken kann die Rückzahlrate frei vereinbart werden, solange damit die höchstmögliche Laufzeit nicht überschritten wird.
Alle Anbieter gestatten über die festgelegte Rate hinaus Sondertilgungen, sodass der Student bei Erbschaft, Gehaltserhöhung oder Lottogewinn seinen Kredit schneller tilgen kann.
Bei Arbeitslosigkeit oder Elternzeit kann die Rate verringert oder ausgesetzt werden und die Zinsen werden gestundet.
Wer Maria M. nach der Summe fragt, die sie einmal zurückzahlen muss, bekommt zu hören: „Dafür könnte ich mir einen neuen Mini Cooper Cabrio mit Lederausstattung und allen Extras leisten.“ Aber: „ Meine gute Ausbildung an einer Uni ist mir das wert, da ich kein Fernstudium absolvieren wollte und ich habe ja lange genug Zeit, den Kredit zurückzuzahlen.“ Mindestens 15 Jahre.


Zinssätze bei der Neuwagenfinanzierung

Freitag, November 16th, 2007

Aus der Traum – die Schnäppchenangebote der Autohäuser könnten bald in der Versenkung verschwinden. Mit günstigen Finanzierungsangeboten und Rabatten locken die Autohäuser ihre Kunden in die Verkaufsräume. Selten waren auf Deutschlandsstraßen so viele Neuzulassungen zu sehen.

Das Neuwagen üblicherweise auf Kredit gekauft werden, ist kein Geheimnis. Bei den heutigen Ausstattungen und Preisen ist das nicht verwunderlich. Glücklich kann sich der schätzen, der aufgrund seiner finanziellen und persönlichen Verhältnisse eine Kreditbewilligung der Automobilbanken erhält.

Aber Vorsicht, zukünftig könnten die Zinsen bei den Automobilbanken wieder immens ansteigen. Attraktive Angebote, wie beispielsweise die 0 % – Finanzierung für das Auto gehören dann der Vergangenheit an.

Gerade Alfa Romeo, Nissan, Opel, Lancia, Fiat und Honda konnten ihre Verkaufsumsätze durch eine 0 % – Autofinanzierung steigern. Aber auch Audi, BMW, Mercedes oder Ford bieten mit 2,99 % oder 3,99 % effektivem Jahreszins einen guten Anreiz.

Mit bekanntwerden dieser Informationen kann vor allem im November und Dezember diesen Jahres mit einer nochmaligen Preisschlacht zu Gunsten der Kunden gerechnet werden.

Wer später die teuren Konditionen der Automobilbank nicht hinnehmen möchte, für den haben wir noch einen kleinen Tipp auf Lager. Auch wenn die Zinssätze bei der Hausbank unter Umständen etwas höher oder in naher Zukunft sogar auf dem gleichen Niveau wie bei den Automobilbanken sind, lohnt es sich, diesen in Anspruch zu nehmen.
Wird ein Neuwagen bar gezahlt, geben die Automobilhändler kräftige Rabatte, die die Gesamtkreditkosten erheblich schmälern können.


Reform der Erbschaftssteuer

Dienstag, November 13th, 2007

Mit der Reform der Erbschaftsteuer sind wieder zahlreiche neue Fragen aufgeworfen worden. Die große Koalition bewegt sich mit den geplanten Neuerungen zwischen den Stühlen, die Steuereinnahmen sollen nicht sinken, gleichzeitig soll jedoch eine Entlastung der Erbnehmer erfolgen. Im Grunde läuft die Erbschaftssteuerreform darauf hinaus, dass nicht nur Ehepartner gut da stehen, vielmehr werden Lebenspartnerschaften begünstigt.

Für direkte Familienangehörige wie Ehemann / Ehefrau, Kinder und Enkelkinder stehen zukünftig höhere Freibeträge zur Verfügung. Die Freigrenze von Ehepartnern wurde von 307.000 Euro auf 500.00 Euro angehoben, während Kinder nunmehr statt 205.000 Euro bis zu 400.000 Euro steuerfrei erben können. Auch die Grenze für Enkelkinder wurde von bisher 51.200 Euro auf 200.000 Euro angehoben.

Eine wesentliche Neuerung, die vor allem dem AGG zu verdanken ist, ist ein Abgleich der Freibeträge in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften. Mit einer Anhebung von 5.200 Euro auf 500.000 Euro scheinen diese der große Gewinner der Reform zu sein.

Unternehmenserben und Nachfolgen sollen im Zuge der Erbschaftssteuerreform ebenfalls entlastet werden. Die Koalition verspricht eine Steuerermäßigung in Höhe von 85 % auf das Erbe, sofern das Unternehmen mindestens 10 Jahre mit annähernd gleicher Mitarbeiterzahl fortgeführt wird.

Verlierer sind hingegen entfernte Verwandte, das heißt Geschwister, Nichten und Neffen, die bei Beträgen über 20.000 Euro mit einer Besteuerung von 30 – 50 % rechnen müssen.

Bundesfinanzminister Steinbrück gibt sogleich das erste Steuerschlupfloch Preis. „Finden Sie in der Steuerklasse III einen, den Sie adoptieren. Das ist ein kostenloser Rat von mir.“ So waren seine Worte letzte Woche Mittwoch.

Es gilt zunächst jedoch einmal abzuwarten, wann die Neuerungen durchgesetzt werden und letztlich greifen.