Fragen zur Risikoeinschätzung am Beispiel Hausratversicherung

Das neue Versicherungsvertragsrecht, das seit dem 1.1.2008 in Kraft getreten ist, bringt viele Vorteile für Versicherungsnehmer: unter anderem sind Versicherungsunternehmen nun ausdrücklich in der Pflicht, die genauen Bedingungen des Versicherungsumfanges vor Vertragabschluss abzufragen, um sich im Schadenfall nicht mehr herausreden zu können. Damit wird eine ordnungs- und vertragsgemäße Vertragsgestaltung für Versicherungsnehmer entscheidend vereinfacht.





Risikoeinschätzung beim Versicherungsabschluß

Es gilt mit Inkrafttreten des neuen Versicherungsvertragsgesetzes seit 2008 nicht nur eine allgemein verschärfte Beratungspflicht für die Versicherungsunternehmen, auch für die allgemeine Fragestellung im Antragsformular gelten neue und wesentlich strengere Regeln. Der Gesetzgeber hat festgestellt, dass allgemeine Fragen – zum Beispiel nach gefahrerhöhenden Umständen – nicht nur durch den Versicherungsnehmer oft nicht sachkundig beantwortet werden können, sondern auch recht oft von Versicherungsunternehmen ausgenutzt wurden, um sich aus einer Regulierung des Schadens heraus mogeln zu können. Diesem Vorgehen ist jetzt ein Riegel vorgeschoben: ab sofort müssen Versicherungsgesellschaften die genauen Risiken für den jeweilige Einzelfall abfragen. Damit kann bei ordnungsgemäßer Beantwortung dem Versicherungsnehmer im Schadenfall kein Vorwurf mehr aus laienhaft ungenauen Angaben aufgrund von schwammiger Fragestellung gemacht werden.

Für eine Hausratversicherung bedeutet dieses nun zum Beispiel, dass die Versicherungsgesellschaft das Risiko für einen Einbruch durch Beschreibung der direkten Nachbarschaft direkt bei Vertragabschluss genau erfragen muss. Ein nachträglicher Vertragsausschluss durch erhöhtes Einbruchs-Risiko zum Beispiel durch erhebliche Laufkundschaft in der näheren Umgebung der Wohnung ist damit ausgeschlossen.


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