Testament

Teil 6 von 8:

Wenn meine Frau nach meinem Tod wieder heiratet, soll der Mann von meinem Nachlass nichts erhalten.
Dass ihr Nachlass in fremde Hände gelangt wollen viele nicht. In ihr Testament schreiben sie eine Wiederverheiratungsklausel wie: „Meine Frau ist Vorerbin, meine Kinder Nacherben, der Nacherbfall tritt bei ihrem Tod ein und auch, wenn sie erneut heiratet.“
Die überlebende Ehefrau trifft eine solche Klausel hart, denn das Haus ihres Mannes, in dem sie wohnt, ginge mit ihrer erneuten Heirat direkt an die Kinder.
Trotz Wiederheirat könnte ihr Mann ihr auch erlauben, wenigstens im Haus weiter zu wohnen. Er kann seine Frau auch zur Alleinerbin des Hauses machen und den Kindern für den Fall der Wiederheirat als Ausgleich Geld in Höhe ihres gesetzlichen Erbteils vermachen. Sie muss dann die Kinder auszahlen, sobald sie erneut geheiratet hat.

Da mein Sohn Uwe Medizin statt Jura studiert hat, ist er enterbt.
Seinen Sohn oder seine Ehefrau kann ein Vater im Testament zwar enterben, jedoch verhindert er damit nicht, dass sie ihren Pflichtanteil erhalten.
Der Pflichtanteil ist halb so groß wie das Erbe, das den Berechtigten zustehen würde, wenn kein Testament existierte. Der Pflichtanteil wird immer in Geld ausbezahlt.
Ein Vater kann selten den Pflichtanteil seinem Sohn ganz entziehen. Nur wenn dieser gegen ihn ein Verbrechen begangen hat oder wenn er einen unsittlichen Lebenswandel führt, geht das. Darunter fällt nicht, das falsche zu studieren.
Ein naher Angehöriger hat sich manchmal erheblich verschuldet oder lebt so verschwenderisch, dass der Verfasser des Testaments befürchten muss, später könnten Gläubiger den Nachlass übernehmen. Er kann dann den Pflichtanteil des Schuldenmachers ausdrücklich beschränken.
Zum Beispiel wird das Erbe dann für die Kinder des Verschwenders aufgehoben. Der Erblasser kann aber auch einen Testamentsvollstrecker benennen, der den Nachlass für den Verschwender verwaltet.


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