Vermögenswirksame Leistungen

Teil 2:

Baukredit mit VL tilgen
Ihre VL sollten Eigenheimbesitzer, die noch ein Baudarlehen tilgen müssen, dafür verwenden. Für sie gibt es keine lukrativere Anlage: Wenn zum Beispiel monatlich 40 Euro zusätzlich auf das Kreditkonto fließen, verringert sich die Restschuld bei einem effektiven Zinssatz von 4,5 Prozent nach zehn Jahren um gut 6 041 Euro.
Auch hierfür erhalten Arbeitnehmer mit niedrigem Einkommen eine Arbeitnehmersparzulage.
Die Aufstockung der monatlichen Tilgung ist bei Bausparkassen um die VL-Zahlungen meist kein Problem. Bei Banken und Sparkassen kommt es auf die Regeln im Kreditvertrag an.

Zugabe vom Staat
Für einige VL-Verträge gelten Mindestanlagesummen. Mit 34 Euro im Monat ist man bei vielen Aktienfondssparplänen dabei, bei den untersuchten Bausparverträgen zwischen knapp 14 und 30 Euro. Etwas von ihrem Nettolohn dazuschießen müssen Anleger, die weniger vom Chef erhalten. Petra F. erhöht die 18 Euro vom Chef auf 40 Euro.
Vor allem lohnt sich das Aufstocken für Sparer wie sie, die Anspruch auf staatliche Förderung haben. Sogar dreimal Förderung einstreichen kann, wenn er genug einzahlt, wer sich geschickt anstellt und unter der Einkommensgrenze liegt:

    – Der Sparer schließt einen Aktienfondssparplan ab und kassiert für die VL-Einzahlungen eine Arbeitnehmersparzulage. Auf jährliche Einzahlungen bis zu 400 Euro legt der Staat 18 Prozent drauf. Also gibt er bis zu 72 Euro im Jahr dazu.

    – Der Anleger schließt zusätzlich einen Bausparvertrag ab und sichert sich so eine weitere Arbeitnehmersparzulage. Bis zu 470 Euro erhält er 9 Prozent Zulage auf jährlich Einzahlungen. In diesem Fall zahlt der Staat bis zu 43 Euro Zulage pro Jahr.

    – Der Sparer erhält auch noch eine Wohnungsbauprämie, wenn er weitere 512 Euro (Ehepaar das Doppelte) überweist. Der Staat gewährt pro Jahr bis zu 8,8 Prozent der jährlichen Einzahlungen, höchstens aber 45,06 Euro (Ehepaare 90,11 Euro).

Wie kommen Sparer nun an ihre staatliche Förderung? Jedes Jahr müssen sie die Arbeitnehmersparzulage mit der Steuererklärung beantragen. Sie bekommen dazu eine Bescheinigung von ihrem Anlageinstitut, die sie der Anlage N ihrer Steuererklärung beifügen. Über ihre Bausparkasse beantragen sie die Wohnungsbauprämie. Für beide gilt, dass die Fördersumme das Finanzamt erst am Ende der siebenjährigen Sperrfrist in den Sparvertrag einzahlt. Petra F. erhält Wohnungsbauprämie und Arbeitnehmersparzulage. Sie kann sich am Ende ihres VL-Sparvertrags über etwa 4 100 Euro freuen. Davon hat rund 1 300 Euro der Chef und 335 Euro der Staat spendiert.


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