Vermögenswirksame Leistungen

Teil 1:

Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen haben mehr als 23 Millionen Arbeitnehmer in Deutschland. Sie müssen nur einen Sparvertrag abschließen, dann zahlt der Chef.

Es ist keine gute Idee jeden Monat auf ein paar Euro vom Chef zu verzichten, passiert jedoch leicht. Längst nicht alle fest angestellten Mitarbeiter, die vermögenswirksame Leistungen (VL) vom Arbeitgeber bekommen können, nutzen sie.
Der Tarifvertrag oder eine Betriebsvereinbarung regelt, ob eine Firma ihren Arbeitnehmern monatlich VL zahlt. Es gibt je nach Branche zwischen 6,45 Euro und 40 Euro im Monat.
Wenn ihre Firma sie nicht darauf hingewiesen hätte, hätte auch Petra F. die Chance verpasst.
Sie erführ so aber gleich zu Beginn ihrer Ausbildung, dass allen fest angestellten Mitarbeitern 18 Euro im Monat VL spendiert werden. Die 21-Jährige wusste überhaupt nicht, dass es so etwas gibt. Erst im September des vergangenen Jahres hat sie eine Ausbildung zur Groß- und Einzelhandelskauffrau begonnen und studiert zusätzlich Betriebswirtschaft.

Sparvertrag in der Firma vorlegen
Der Mitarbeiter muss, um die VL vom Chef zu kassieren, einen speziellen VL-Sparplan abschließen und eine Durchschrift davon seinem Arbeitgeber vorlegen. Die monatliche Sparrate überweist der Chef dann direkt in den Sparvertrag.
Der Arbeitnehmer darf erst nach einer sechsjährigen Sparphase und einer höchstens einjährigen Sperrfrist über sein Kapital verfügen. Zusätzlich erhält noch Geld vom Staat, wer in diesen sieben Jahren die Einkommensgrenzen nicht überschritten hat.
Nicht an die siebenjährige Laufzeit gebunden sind Sparer, die keine staatlichen Zuschüsse erhalten. Viele Verträge sind aber so gestrickt, dass auch für sie kein vorzeitiger Ausstieg möglich ist.

Viele Geldanlagen zur Auswahl
Von Banksparplänen über Investmentfonds bis hin zur betrieblichen Altersvorsorge können Anleger zwischen zahlreichen Anlageformen wählen. Laut Gesetz sind sogar VL-Sparpläne für Genossenschaftsanteile oder Genussscheine zulässig.
Ihre VL zahlt Petra F. in einen Bausparvertrag ein und liegt damit im Trend. Neben den Aktienfonds ist er die beliebteste Sparform, da es für diese beiden Anlageprodukte eine staatliche Förderung gibt.
Für Petra F. war es wichtig, dass es eine sichere Anlage ist und dass sie weiß, was am Ende rauskommt.
Für sicherheitsorientierte Anleger wie sie käme auch ein Banksparplan infrage. Jedoch hätte er den Nachteil, dass sein Basiszins variabel ist und die Anleger nicht genau wissen, wie hoch ihr Auszahlungsbetrag sein wird. Für Banksparpläne gibt es außerdem keine staatliche Förderung.


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