Rechtsschutz

Die Regeln der Rechtsschutzversicherung sind gar nicht so schwer.

Teil 1:

Wer ist über meine Rechtsschutzpolice alles versichert?
Für Sie, für Ihren Ehepartner und für Ihre Kinder gilt der Versicherungsschutz. Auch ein gleichgeschlechtlicher Partner, der nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz eingetragen ist, hätte Rechtsschutz.
Vom Schutz nur umfasst sind andere Lebenspartner, wenn sie beim Versicherten im Haushalt leben und im Versicherungsschein eingetragen sind. Sie können die Police auch nur in Anspruch nehmen, wenn der Versicherungsnehmer einverstanden ist.
Bei vielen Versicherern sind Kinder ohne Altersgrenze mitversichert, nur einige ziehen bei 27 oder 30 Jahren eine Altersgrenze.
Es gibt aber für volljährige Kinder Einschränkungen: Wenn sie dauerhaft berufstätig sind, verheiratet sind oder in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft leben, sind Sie nicht versichert. Einige Versicherer schließen außerdem volljährige Kinder beim Verkehrsrechtsschutz aus, wenn sie selbst Halter eines Fahrzeugs sind.

Wenn ich Anleger bin und Schutz will, falls es Streit über Beratungsfehler oder schlechte Anlageprospekte gibt, zahlt hier jede Versicherung?
Nein. Etliche Versicherer schließen solche Fälle aus, da es in den letzten Jahren viele Anlegerklagen gab.

Nur wenn eine Sache Aussicht auf Erfolg hat, zahlt die Versicherung. Nur wer stellt so etwas eigentlich fest?
Das überlassen viele Versicherer dem Anwalt. Bei einigen wird ein Schiedsgutachterverfahren durchgeführt. Dies ist aber kein Grund solche Versicherer zu meiden. Da die Erfolgsaussichten von Rechtsstreitigkeiten selten umstritten sind, wird das langwierige Verfahren nicht oft durchgeführt.

Rechtsschutz ist meist für Freiberufler viel teurer als für Angestellte. Wenn ich angestellt bin und nebenher jobbe, muss ich dann auch mehr zahlen?
Hier kommt es darauf an, was Sie jährlich dazu verdienen. Wenn Sie mehr als 6 000 Euro hinzuverdienen, behandeln Sie einige Versicherer schon wie einen Selbstständigen. Die Grenze ziehen die meisten Versicherer bei 10 000 Euro.
Manche Versicherer haben für Angestellte und Selbstständige einheitliche Tarife, doch bekommen Selbstständige für das gleiche Geld weniger. Ein Angestellter erhält so etwa für ca. 210 Euro Privat- und Berufsrechtsschutz, Selbstständige nur Privatrechtsschutz. Es gibt hier zwar auch Berufsrechtsschutz, aber nur für Streit, der mit einer Festanstellung zu tun hat. Er gilt nie für selbstständige Arbeit.

Bei einem Rohrbruch streiten Sie nun mit einem Handwerker um den Wasserschaden. Obwohl Sie eine Police besitzen, will der Versicherer nicht für den Streit zahlen, warum?
Bei ihm gelten möglicherweise strenge Regeln in der Frage, wann der Schadensfall seinen Ausgang nahm. Vielleicht ist die Ursache Ihres Ärgers ein Handwerkerfehler, der zwei Jahre zurückliegt, und Sie hatten damals noch keine Police. Sie bekommen auch wenn der eigentliche Schaden, in diesem Fall der Rohrbruch, in eine Zeit fällt, in der Sie schon versichert waren, keinen Schutz, da die Schadensursache nach der strengen Sichtweise vor dem Vertragsschluss liegt.
Mittlerweile sind viele Versicherer kundenfreundlicher und würden in dem Fall nur schauen, wann das Rohr wirklich brach.


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