Private Krankenversicherung

Teil 2:

Single oder Familie
Für den gleichen Leistungsumfang zahlen Frauen mehr als Männer. Entscheiden sie sich trotzdem dafür, dann wegen der besseren Leistungen.
Die private Krankenversicherung lohnt sich für Menschen, die niemanden absichern müssen, eher als für eine Familie. Denn eine beitragsfreie Mitversicherung von Kindern oder Ehepartnern gibt es nicht, so braucht jedes Familienmitglied einen Vertrag und muss Beitrag zahlen. Je nach Anbieter und Tarif ohne Selbstbeteiligung sind pro Kind zwischen 100 und 200 Euro im Monat fällig.

Luxus oder Standard
Kunden können in der privaten Krankenversicherung höhere Leistungen wählen als Kassenpatienten bekommen. Vor allem gilt das im Krankenhaus, wo sie in der Regel Anspruch auf ein Ein- oder Zweibettzimmer und auf Chefarztbehandlung haben. Für die gleichen Leistungen erhalten alle Behandler zudem höhere Honorare.
Der Privatpatient bekommt insbesondere bei Untersuchungen und Medikamenten vom Arzt nicht nur teurere, sondern auch mehr Leistungen als der Kassenpatient, da es bei den Privatversicherern keine Budgets gibt.
Auf einem anderen Blatt seht ob der Versicherer dann auch immer alles bezahlt. Patienten und Versicherung streiten sich nämlich immer öfter darüber, ob die Behandlung medizinisch notwendig oder das Honorar überhöht war. Dass es in fast 40 Prozent der rund 3 000 Beschwerden um diese Fragen geht, berichtet der Ombudsmann der privaten Krankenversicherer.

Krank oder gesund
Für Neukunden kann die private Krankenversicherung anfangs billiger sein als die gesetzliche, da sie sich ihre Kunden aussuchen kann. Wenn jemand aber an einer Krankheit leidet, die später teuer werden könnte, bekommt er erst gar keinen Vertrag. Manche müssen Risikozuschläge zahlen oder Leistungsausschlüsse hinnehmen. So zahlen Kranke also von Anfang an hohe Beiträge.
Die Versicherer sollen in Zukunft zwar einen Basistarif anbieten, in den auch Kranke eintreten können, jedoch enthält der weder mehr Leistungen, noch dürfte er langfristig billiger sein als die gesetzliche Kasse. Für freiwillig gesetzlich Versicherte wird es deshalb wohl keinen Grund geben, dorthin zu wechseln.

Typfrage
Die Entscheidung für oder gegen die private Krankenversicherung ist in guter Letzt eine Typfrage. Eine private Krankenversicherung lästig finden, wird, wer Schreibkram scheut. Denn Arzt und Medikamente muss er zunächst selbst bezahlen. Ob er die Rechnungen sofort einreicht oder ob er mit Blick auf eine mögliche Beitragsrückerstattung erst einmal abwartet, entscheidet er dann. Wenn eine Rechnung nicht korrekt ist, muss er das selbst mit dem Arzt klären, sonst bleibt er auf den Kosten sitzen.
Der Privatpatient hat es auch bei Streit mit dem Versicherer nicht so bequem. Wie ein Kassenpatient kann er nicht kostenlos Widerspruch einlegen und sogar ohne Gebühren vor einem Sozialgericht klagen. Er muss zum Zivilgericht, wo sich Gerichts- und Anwaltskosten nach dem Streitwert richten. Er muss, wenn er verliert, seine eignen und die Kosten der Gegenseite tragen.
Einen klaren Vorteil hat, wer sich das höhere Maß an Eigenverantwortung zutraut, denn er bekommt einen Vertrag, in dem festgeschrieben ist, auf welche Leistungen er Anspruch hat. Keine Gesundheitsreform kann ihm die wegnehmen.


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