Private Krankenversicherung

Teil 1:

Finanziell lohnt sich eine private Krankenversicherung nur für Beamte und für gesunde, junge Männer, die keine Familie absichern müssen. Ob sie den privaten Schutz auf Dauer bezahlen können, sollten alle anderen abwägen.

Niemand kann sich gegen Gesundheitsreformen versichern, auch nicht privat. Daher ist die geplante Reform kein Grund, jetzt überstützt in die private Krankenversicherung einzutreten.
Zwar dürfen sich Arbeitnehmer wahrscheinlich in Zukunft nur noch privat versichern, wenn ihr Jahresbruttoeinkommen drei Jahre lang über der Versicherungspflichtgrenze gelegen hat. Sie war im Jahr 2006 bei 47 250 Euro. Da die Dreijahres-Regelung rückwirkend zum 27. Oktober 2006 greifen soll, hat jetzt schnell zu wechseln aber keinen Sinn. Bei Inkrafttreten des Gesetzes im Frühjahr 2007 werden Versicherte, die jetzt wechseln, aber die neue Bedingung nicht erfüllen, wieder in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherungspflichtig.

Preise und Leistungen im Test
Die private Krankenversicherung ist finanziell nur für Beamte und ihre Familien garantiert dauerhaft günstiger als die gesetzliche Kasse. Eine realistische Chance auf Dauer weniger Beitrag zu zahlen, haben von allen anderen lediglich gut verdienende, gesunde Männer unter 40.
Für Menschen, die der private Schutz mit den Jahren sehr viel treurer kommt als die gesetzliche Krankenkasse, gibt es gute Gründe, sich privat zu versichern. Grund sind die besseren Leistungen, die sie sich mit den richtigen Tarifbausteinen zusammenkaufen können.
Tests zeigen wie das aktuelle Preis-Leistungs-Verhältnis und die Beitragsentwicklung in den zurückliegenden acht Jahren beurteilt werden. Nur wer an der Spitze des Marktes steht, bekommt ein „Sehr gut“ oder „Gut“.
Bei einem Einstrittsalter von 35 Jahren müssen angestellte Männer für eine mit „sehr gut“ oder „gut“ bewertete Versicherung anfangs 264 bis 314 Euro im Monat zahlen. Gleichaltrige Frauen 393 bis 449 Euro. Ihr Arbeitgeber zahlt die Hälfte. Behandlungskosten zwischen 300 und 510 Euro im Jahr bezahlen sie selbst.
35-jährige Männer zahlen als Selbstständige 274 bis 426 Euro. Für mindestens „gut“ bewertete Angebote zahlen Frauen etwa 379 bis 494 Euro Monatsbeitrag. Die Selbstbehalte liegen zwischen 500 und 670 Euro im Jahr.
Diese Beiträge werden mit den Jahren auf jeden Fall steigen. Von Anfang an zahlen ältere Neukunden mehr. Eine beim Abschluss 45 Jahre alte selbstständige Frau, kommt bei Selbstbeteiligung von 500 bis 670 Euro bereits auf 500 bis 700 Euro Monatsbeitrag.
Der Ausgangspunkt bei den Angeboten für Beamte betrug von ledigen Bundesbeamten 50 Prozent Beihilfeanspruch. Bei „sehr gut“ oder „gut“ bewerteten Angeboten kostet eine Versicherung für die fehlenden 50 Prozent 121 bis 184 Euro (Mann) oder 161 bis 213 Euro (Frau).


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