Baukredite

Selten zuvor war Sicherheit so günstig: Kaum noch teurer als ein klassisches 10-Jahres-Darlehen sind Baukredite mit 15 oder 20 Jahren Zinsbindung.

Von einer derzeit ungewöhnlichen Situation auf dem Kapitalmarkt profitieren Bauherren und Wohnungskäufer, die bei ihrer Finanzierung kein Risiko eingehen wollen. Festverzinsliche Wertpapiere mit langer Laufzeit bringen nicht viel mehr Rendite als Kurzläufer, obwohl die Zinsen niedrig sind und viele Experten mit einem Anstieg rechnen.
Auch in den Zinssätzen für Baukredite schlägt sich das nieder. Kreditnehmer zahlen für ein Darlehen mit zehn Jahren Zinsbindung jetzt nur noch gut einen zehntel Prozentpunkt mehr Zinsen im Jahr als für die viel riskantere Variante mit nur fünf Jahren Zinsbindung.
In den vergangenen Jahren sind auch die Zinsaufschläge für 15- und 20-jährige Kredite von Monat zu Monat kleiner geworden. Kreditnehmer können sich für einen Aufschlag von nur noch drei bis vier zehntel Prozentpunkten 20 statt 10 Jahre lang feste Zinsen und eine konstante Monatsrate sichern.
Ihre Finanzierung wird dadurch nicht nur deutlich sicherer, unterm Strich haben Sie auch gute Chancen, Zinsen zu sparen. Schon bei einem geringen Zinsanstieg in der Zukunft holen Sie den kleinen Zinsaufschlag von heute wieder herein.

Auf lange Sicht Kreditzinsen sparen
Das folgende Beispiel zeigt den Vorteil der langen Zinsbindung: Für einen 150 000 Euro-Kredit mit einer Monatsrate von 750 Euro macht eine Bank zwei Angebote.
Angebot 1: Zinsbindung 20 Jahre, Zinssatz 4,60 Prozent, Tilgung 1,40 Prozent. Nach zehn Jahren beträgt die Restschuld 123 399 Euro und am Ende der Zinsbindung 69 836 Euro.
Angebot 2: Zinsbindung 10 Jahre, Zinssatz 4,25 Prozent, Tilgung 1,75 Prozent. Nach zehn Jahren beträgt die Restschuld 117 361 Euro.
Wenn der Bauherr die kürzere Zinsbindung wählt, hat er bei gleicher Rate nach zehn Jahren rund 6 000 Euro weniger Schulden.
Jedoch muss er damit rechnen, dass er für den Anschlusskredit nach zehn Jahren einen höheren Zinssatz zahlen muss. Wenn der Zinssatz um gut einen Prozentpunkt auf einen Nominalzins von 5,34 Prozent steigt, bleibt von seinem Anfangsvorteil nach 20 Jahren nichts mehr übrig.
Wenn die Baugeldzinsen stärker steigen, wird die kürzere Zinsbindung ausgesprochen teuer. Der Kreditnehmer zahlt rund 25 000 Euro mehr Zinsen, wenn er sich heute für 10 statt für 20 Jahre Zinsbindung entscheidet, wenn der Zinssatz auf 7 Prozent klettert, das entspricht dem Durchschnittszinssatz für Hypothekendarlehen in den vergangenen zwanzig Jahren.
Dazu kommt, dass er in zehn Jahren der Bank noch fast 80 Prozent des Anfangskredits schuldet. Nicht nur das Darlehen verteuern, sondern auch die Rate in die Höhe treiben, würde eine kräftige Zinserhöhung.

Sicher und trotzdem flexibel
Die Langläufer sind trotz einer Zinsbindung von 15 oder 20 Jahren unter den Baukrediten keineswegs unflexibel. An den vereinbarten Zinssatz gebunden bleibt so lange nur die Bank. Dagegen kann der Kunde zehn Jahre nach der Auszahlung jederzeit mit einer Frist von sechs Monaten ganz oder teilweise kündigen.
Wenn die zehn Jahre vorbei sind, kann er problemlos Sondertilgungen leisten, den Kredit nach einer Erbschaft komplett zurückzahlen oder günstig umschulden.
Die Konditionen sind bei vielen Banken auch während der ersten zehn Jahre nicht mehr starr festgelegt. Bei vielen Instituten gehören Sondertilgungsrechte von 5 bis 10 Prozent der Kreditsumme schon zum Standardangebot.
Manche Banken räumen dem Kunden sogar zusätzlich das Recht ein, während der Zinsbindung die Monatsrate zu wechseln. So können Bauherren niedrige Zinsen, hohe Sicherheit und eine flexible Rückzahlung fast ideal kombinieren.


Hinterlassen auch Sie einen Kommentar zu diesem Artikel:

Nur wenn Sie eingeloggt sind kann ein Kommentar hinerlassen werden.