Rechtsschutz

Teil 1

Zwar macht eine Rechtschutzversicherung gelassener, jedoch sind viele Policen drastisch teurer geworden. Kunden können sich mit den richtigen Verträgen aber immer noch günstig für Rechtsstreitigkeiten wappnen.

Rechtsschutz ist eine französische Erfindung. In Le Mans fanden sich 1917 Rennfahrer zusammen, da sie das Kostenrisiko von Rechtsstreitigkeiten rund um ihre Autoleidenschaft gemeinsam schultern wollten.
Diese Idee hat Schule gemacht. In Deutschland bieten rund 90 Jahre später über 40 Unternehmen Rechtsschutzversicherungen an. Obwohl sie nicht zu den wichtigsten Versicherungen zählen sind die Policen beliebt.
Die Altersvorsorge, Schutz für den Fall der Berufsunfähigkeit und eine private Haftpflichtversicherung gehen vor. Die Deutschen zahlen dennoch jährlich fast 3 Milliarden Euro, um sich ohne Angst vor Kosten wehren zu können.
Die Versicherer bieten für viele Lebensbereiche große Pakete mit Versicherungsschutz an. Doch auf eine Verkehrspolice beschränken könnten sich weniger ängstliche Naturen, die viel Autofahren. Bei Streit nach dem Autokauf oder in einem Prozess nach einem Unfall hilft sie ihnen.
Arbeitsrechtschutz brauchen Mitarbeiter in Krisenbranchen, denn vor dem Arbeitsgericht trägt in der ersten Instanz, auch wenn er gewinnt, jeder seine Kosten.
Ebenfalls einzeln gibt es Policen für Wohneigentümer und Mieter, sie sind jedoch teuer. Wer diesen Schutz haben will, sollte ihn lieber zum Privatrechtsschutz als günstigen Zusatz hinzubuchen.
Wie so oft bekommen Mitarbeiter im öffentlichen Dienst all diese Versicherungen billiger.
Beispiel: Zahlt ein Angestellter für ein Paket aus Privat- Berufs- und Verkehrsrechtsschutz mit 150 Euro Selbstbehalt ca. 245 Euro, zahlen Mitarbeiter im öffentlichen Dienst dafür ca. 170 Euro. Ca. 180 Euro berappen müssen Selbstständige und haben dabei weder Schutz im Verkehr noch bei ihrer selbstständigen Tätigkeit.

Preise häufig verdoppelt
Rechtsschutzpolicen sind auf den ersten Blick kompliziert. Doch wenn man das Prinzip verstanden hat, ist es ganz einfach:
Die Vertragsbedingungen enthalten klar definierte Leistungen wie Schadenersatz- oder Vertragsrechtsschutz. Jedoch kommen diese Leistungen nur bei Ärger in dem Lebensbereich zum Tragen, für den der Kunde sich versichert hat.
Den Schutz bei Streit um Schadenersatz oder Vertragsrecht genießt der Besitzer einer Verkehrspolice aber nur, wenn es sich um das Auto oder den Verkehr dreht.
Ärger beim Waschmaschinenkauf deckt der Vertragsrechtsschutz in einer Privatrechtspolice ab, aber Mängelstreit nach dem Autokauf nicht.
Wenn die Sache Aussicht auf Erfolg hat, zahlt der Versicherer, wenn der Streit des Kunden von der Police gedeckt ist. Wenn die Sache verloren geht übernimmt er die Anwalts- und Gerichtskosten, die Auslagen für Sachverständige und Zeugen und die Kosten des Gegners. Auch für ein Schieds- oder Schlichtungsverfahren zahlt er.
Die Versicherer wollen jedoch immer mehr Geld. Den Preis für Privat- und Berufsrechtsschutz für Nichtselbstständige bei Neuverträgen in den letzten vier Jahren haben viele mehr als verdoppelt.
Die gestiegenen Anwaltshonorare müssen stets als Grund herhalten, die in manchen Rechtsgebieten sicher für Mehrkosten sorgen, seit der Gesetzgeber 2004 das Gebührenrecht geändert hat. Mit moderaten Erhöhrungen kommen doch auch manche Anbieter aus.

So gibt es günstigen Schutz
Wer sparen will schaut zwar auf den Preis, jedoch gibt es auch mehr Möglichkeiten.
Selbstbehalt. Versicherer bieten häufig die Möglichkeit, einen Selbstbehalt von 150 Euro zu vereinbaren, der den Preis senkt. Bei einigen Versicherern können die Kunden die Höhe aushandeln, bei anderen haben sie die Wahl zwischen 150 Euro, 250, 500 oder 1 000 Euro.
Schadenfreiheitsrabatt. Wie in der Autoversicherung gibt es nun beim Rechtsschutz Schadenfreiheitsrabatte. Manche Versicherer reduzieren den Selbstbehalt, wenn Versicherte den Schutz eine gewisse Zeit lang nicht in Anspruch nehmen.
Keine Ratenzahlung. Wer den Beitrag jährlich und nicht Quartalsweise zahlt fährt günstiger. Je nach Anbieter kostet der Schutz sonst bis zu 5 Prozent mehr.
Lange Verträge. Mit langer Vertragsbindung Geld sparen kann, wer sicher ist, dass er seinem Anbieter, auch wenn es anderswo günstiger sein sollte, treu bleibt. Ein Fünfjahresvertrag senkt bei manchen Anbietern den Preis um 5 Prozent.
Feilschen. Feilschen lohnt sich häufig, auch wenn im Prospekt nichts von Rabatt steht.


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