Lean Government - 2,5% weniger Beschäftigte bei Bund, Ländern und Gemeinden
Der Eindruck mag ein wenig subjektiv sein, aber irgendwie kommt nach dem ersten betreten der örtlichen Orts- bzw. Stadtverwaltung das Gefühl auf als hätte sich etwas verändert. Aus Einzelzimmern vor denen reihenweise wartende Bürger saßen sind nun “Bürgerservice Zentren” geworden.
Statt im abgeschlossenen Raum wird eine offene Atmosphäre gepflegt, nicht immer von Vorteil, aber zumindest kann man auf den ersten Blick die Arbeitsgeschwindigkeit des städtischen Angestellten begutachten und abschätzen wie lange es eventuell dauern könnte wenn alle vor einem selbst wartenden Bürger sich an die goldene Regel des “keine ausgefallene Frage stellen” halten.
Den Wandel in Zahlen konnte zuletzt auch das Statistische Bundesamt in Wiesbaden benennen. Nur noch rund rund 3,8 Millionen Personen sind Stand 30. Juni 2005 bei Bund, Ländern, Gemeinden beschäftigt, was einem Personalbestandsabbau von ca. 2,5% entspricht. Lean Government ist dabei allerdings eher Lean Outsourcing. Die überwiegende Mehrzahl der statistischen Abgänger wurden in privatisierte Tochterunternehmen überführt und stehen dort zu einem günstigeren Preis auch wieder für Stadt, Land und Bund zur Verfügung.
Ingesamt stagnierend hat sich die Anzahl der arbeitenden Bevölkerung entwickelt. Der Saldo war per Vergleich März 2005 vs. März 2006 sogar leicht negativ, nur noch 38,36 Mio. Personen gegenüber 38,4 Mio im Vorjahr (bereinigte Werte) gehen einem Arbeitsverhältnis nach, was einem Anteil an der Gesamtbevölkerung von ca. 44% entspricht.
Um einen Ausflug in statistisches Absurdistan zu unternehmen – von 82,5 Mio. Deutschen (wir nehmen Freiberufler und Selbständige der Einfachheit aus der Statistik) arbeiten nur 38,36 Mio, davon sind 3,8 Mio. im öffentlichen Dienst beschäftigt. Die verbleibenden 34,56 Mio. Beschäftigten finanzieren zusätzlich weitere 4,59 Mio Arbeitslose – wer kann da noch sagen unserem Land würde es schlecht gehen? Wer sich so was leisten kann, der muss wohlhabend sein.
