Mieter kann den Vermieter bei Wohnungsmängel zur Reparatur zwingen

Werden Mängel an einer Wohnung vom Vermieter nicht behoben, obwohl der Mieter ihn zur Beseitigung aufgefordert hat, kann der Mieter einen nicht unerheblichen Teil der Monatsmiete vorläufig zurückhalten (s. Berliner Verfassungsgericht, Az. VerfGH Az. 84/04).

Nicht zu verwechseln mit einer Mietminderung, bei der man solange einen Minderungsbetrag festlegt bis der Mangel behoben wird. Eine Mietminderung muss nach Beseitigung des Mangels nicht mehr an den Vermieter zurück bezahlt werden.
Beim Zurückhalten eines bestimmten Betrages der Monatsmiete, muss der zurückbehaltene Mietanteil, nach der Mängelbeseitigung wieder an den Vermieter erstattet werden, d.h. rückwirkende Auszahlung der Miete.
Doch aufgepasst! Wer nicht zurückbezahlen kann riskiert eine Kündigung des Vermieters.
Zudem muss der zurückbehaltene Betrag einer Miete immer im Verhältnis stehen. Somit kann ein Mieter keine 60% der Miete wegen einem feuchten Fleck einbehalten oder mindern.

Das Verhältnis zwischen einer Mietminderung und des Betrages der zurückbehalten wird, könnte z.B. dieser sein.
Ein Mieter, der eine Bruttomiete von € 1.000,- im Monat bezahlt, kann wegen einer defekten Heizung eine Mietminderung in Höhe von 10%, also € 100,- erzielen.
Einbehalten könnte er aber einen Betrag bis zu. € 500,-.


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