Definition Fachbegriffe - A

Ein Privat-Haftpflichtversicherungsantrag kann vom Versicherungsunternehmen abgelehnt werden,
da es sich nicht um eine Pflichtversicherung handelt, das nennt sich Ablehnung. Im Schadensfall ist
der Versicherungsnehmer gegen über der Versicherung Auskunftspflichtig.




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Definition Begriffe - A

Ablehnung
Wenn Sie einen Schadenfall bei Ihrer Versicherung angemeldet haben, wird dieser der Sach- und der Höhe nach vom Versicherer geprüft. Im Regelfall leistet die Versicherung für den gemeldeten Schadenfall. Es gibt jedoch auch Ausnahmen bei denen die Übernahme eines Schadens nicht möglich ist. Die Gründe hierfür können in der vertraglichen Beurteilung liegen, wenn der Schaden zum Beispiel unter der vertraglich vereinbarten Selbstbeteiligung liegt oder ein Ausschlusstatbestand gegeben ist.
Andere Gründe können in der rechtlichen Beurteilung einer Sache liegen. Kommt der Versicherer zu der Entscheidung, dass eine Leistung nicht oder nicht vollumfänglich anerkannt werden kann wird dies dem Versicherten oder dem Geschädigten schriftlich mitgeteilt. Dies nennt man eine Ablehnung.
Ablehnungen sind auch im Bereich der Vertragsgestaltung möglich. So zum Beispiel wenn Sie
ein bestimmtes Risiko versichern wollen, der Versicherer als Ihr Vertragspartner dieses in unveränderten Form jedoch nicht annehmen möchte.

Adäquater Kausalzusammenhang
Unter adäquatem Kausalzusammenhang versteht man die Tatsache, das manche Rechts-vorschriften oder Vertragsbestandteile nur dann Ihre Wirksamkeit entfalten wenn einem Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung besteht.
Hierzu ein Schadenbeispiel aus der Praxis.
Hans Muster hat ein Autohaus. Der Inhalt seiner Firma ist über eine Geschäftsversicherung gegen Diebstahlschäden gedeckt. In der Police ist Standardmäßig vereinbart, dass Gefahrerhöhungen anzuzeigen sind, bei Verstoß besteht Leistungsfreiheit des Versicherers. Nun baut Herr Muster um und erweitert seinen Verkaufsraum. Während der Umbaumaßnahmen sind die Feuertüren /
Sicherungstüren zwischen Büro und Verkaufsraum vorübergehend ausgehängt. In Bezug auf die Zugänglichkeit zu seinem Tresor stellt dies eine Gefahrerhöhung dar. In der Nacht dringen die Täter über das Bürofenster ein und entwenden Bargeld aus dem Tresor in Höhe von 50.000 Euro.
Da Herr Muster die Gefahrerhöhung dem Versicherer verschwiegen hat, wäre diese Leistungsfrei und müsste für den Schaden nicht aufkommen.
Da aber die Täter durch das Fenster eingedrungen sind und die ausgehängten Sicherheitstüren nicht den Ausschlag gaben, für die Entwendung des Bargeldes besteht kein kausaler Zusammenhang und somit leistet die Versicherung. Hätten die Täter nur aufgrund der nicht vorhandenen Sicherungstüren Zugang zum Tresor gehabt, bestünde ein kausaler Zusammenhang zwischen der Tat und dem Ergebnis und der Versicherer würde nicht bezahlen müssen.

Allmählichkeitsschaden
Unter Allmählichkeitsschaden versteht man solche Schäden die nicht sofort zu einem erkennbaren Schadeneintritt führen und somit auch nicht festgestellt werden kann wann der Ursprung der Schädigung gegeben ist.
Die Versicherungsbranche versichert nur Allmählichkeitsschäden die auf das Einwirken von Temperatur, Gasen, Dämpfen und Feuchtigkeit entstanden sind. Hinzu kommen Schäden durch Niederschläge wie Rauch, Russ oder Staub.

Aufsichtspflicht
Die Grundlagen der Aufsichtspflicht sind im Gesetz verankert. Dort ist geregelt, wer für wen über welche Zeiträume hinaus Aufsichtspflichtig ist. Grundsätzlich gilt, dass die Eltern für Ihre Kinder eine Aufsichtpflicht haben.
Der Umfang der Aufsichtspflicht der Eltern verändert sich mit zunehmenden Kindesalter und zunehmender Einsichtsfähigkeit des Kindes in sein Tun und Handeln. So stellt es eine Aufsichtspflichtverletzung dar wenn Eltern ein 3 -jähriges Kind über einen längeren Zeitraum hinweg alleine vor dem Haus spielen lassen. Handelt es sich um ein 8 –jähriges Kind ist dies nicht mehr der Fall.
Verletzen Eltern oder andere Personen auf welche die Aufsichtspflicht übertragen wurde die Aufsichtspflicht und kommt es durch die Handlung des Kindes zu einem Schadenfall gegenüber einem Dritten (nicht Kind selbst oder Aufsichtsperson) so haftet der Aufsichtspflichtige mit seinem Vermögen dafür. In der Privathaftpflichtversicherung sind solche Schäden abgedeckt.

Auskunftspflicht
Wünscht ein Kunde den Abschluss eines Versicherungsvertrages muss er dort gestellte Fragen vollumfänglich und wahrheitsgemäß beantworten damit der Versicherer das zu versichernde Risiko prüfen kann. Kommt der Antragsteller seiner Verpflichtung nicht nach alle vom Versicherer angefragten Auskünfte zu erteilen, so kann es sein das vorläufige Deckungszusagen vom Versicherer zurückgenommen werden.
Im Schadenfall besteht ebenfalls eine Auskunftspflicht des Versicherungsnehmers. Hiernach hat der Versicherungsnehmer alles zu tun um die Umstände eines Schadenfalles aufzuklären. Tut er dies nicht und verweigert er die geforderten Auskünfte oder äußert er sich falsch, so kann sich der Versicherer auf sein Leistungsverweigerungsrecht berufen.