Eigenheimansparung

Der Bausparer spart Jahre lang zu niedrigen Zinsen an, um sich später ein günstiges Baudarlehen zu erwerben. Voraussetzungen, die der Bausprvertrag erfüllen muss sind Mindestbausparsumme und Höhe der Bewertungszahl. Mit der Bewertungszahl wird die individuelle Sparleitung jedes einzelnen Bausparers an mehreren Stichtagen im Jahr bewertet.




Eigenheimansparung

Einfach ist das Prinzip des Bausparens eigentlich schon. Einige Jahre spart der Bausparer zu niedrigen Zinsen an. Damit hat er sich ein Anspruch auf ein günstiges Baudarlehen erworben. Dieses zahlt die Bausparkasse zum Zeitpunkt der Zuteilung zusammen mit dem Guthaben aus.

Bausparen ist ein Hochkompliziertes Produkt und besteht aus einem Bündel unterschiedlichen Konditionen in der Spar- und Darlehenphase. Der voraussichtliche Zuteilungstermin ist Dreh- und Angelpunkt. Es ist also der Termin, an dem der Bausparer die Bausparsumme, bestehend aus Guthaben und Bauspardarlehen abrufen kann. Zwei Voraussetzungen muss der Bausparvertrag dazu erfüllen:

  • In der Regel muss der Bausparer mindesten 40 oder 50 Prozent der Bausparsumme angespart haben.
  • Mindestens so hoch muss die Bewertungszahl des Bausparvertrages sein wie die Zielbewertungszahl der Bausparkasse.

Eine Kennziffer ist die Bewertungszahl, hiermit bewerten die Bausparkassen an mehreren Stichtagen im Jahr die individuelle Sparleistung jedes einzelnen Bausparers. Je mehr der Bausparer im Verhältnis zu Bausparsumme gespart und je länger der Bausparkasse das Geld schon zur Verfügung steht, desto höher ist die Bewertungszahl. Erreicht der Bausparer an einem Stichtag Mindestguthaben und Zielbewertungszahl, wird dann sein Vertrag je nach Bausparkasse 2 bis 9 Monate später zugeteilt.

Besonders kommt es für den Bausparer darauf an, dass die Bausparsumme sorgfältig auf die monatliche Sparrate und den gewünschten Zuteilungstermin abgestimmt ist. Er muss umso länger auf die Zuteilung warten, desto höher die Bausparsumme im Verhältnis zum Sparbeitrag ist. Ein Vertrag mit einer Bausparsumme von 75000 Euro wird erst nach ungefähr 10 Jahren zugeteilt, wenn der Bausparer 250 Euro im Monat auf ein Bausparkonto einzahlt.

Viel zu hoch wäre die Summe, wenn er den Bau oder Kauf seines Eigenheims schon in 6 Jahren plant. Jahrelang müsste der Bausparer den Betrag zu einem möglicherweise hohen Zinssatz zwischenfinanzieren oder Bausparsumme nachträglich wieder herabsetzen. Eine zu hohe Abschlussgebühr zahlt er jedem Fall.

Auch die Höhe der künftigen Rate für das Bauspardarlehen ist wichtig. Beim Vertragsabschluss achten viele Bausparer nur auf den niedrigen Darlehenzinssatz von etwa 2 oder 4,5 Prozent und später wundern sie sich über die hohe monatliche Kreditbelastung. In der Regel müssen Bauspardarlehen innerhalb von 7 bis 11 Jahren zurückgezahlt werden. Einer Anfangstilgung von 7 bis 12 Prozent entspricht dies.

Trotz der niedrigen Zinsen ist die Monatsrate höher als bei einem Bankdarlehen mit nur 1 Prozent Tilgung und einer Laufzeit von 25 bis über 35 Jahren. Der Bausparer muss mitunter eine mehr als doppelte so hohe Rate zahlen wie ein Bankdarlehen.

Zwar grundsätzlich ist eine hohe Darlehenstilgung kein Nachteil, da der Kreditnehmer schneller schuldenfrei ist. Jedoch die komplette Entschuldung in wenigen Jahren kann sich kaum jemand leisten. Daher kommt ein Bausparvertrag normalerweise nur ergänzend zum herkömmlichen Bankdarlehen in Betracht.

Bausparverträge bieten als ergänzende Leistung einen zusätzlichen Pluspunkt. Oft verlangen Banken einen Zinszuschlag, wenn ihr Hypothekendarlehen 60 Prozent des Immobilienwertes übersteigt. Wer mit einem Bauspardarlehen einen Teil der Finanzierung deckt, kann diesen Zuschlag oft sparen.